Missklänge – 3. Februar 2018

 

 

 

Gespräche

 

Gestern in Berlin. Mein Freund Atze hat Kopfhörer auf. „Sei leise und setz‘ Dich.“

 

„Was hörst Du da?“

 

Er schaltet den Lautsprecher ein. „Koalitionsverhandlungen.“

 

Ich tippe auf eine Talkshow. Mit Politikern. „Ist nicht wahr. Du hörst eine Aufnahme.

 

„No. Live-Streaming. Direkt aus dem Kanzleramt. Geheimer Auftrag. NSA. Eine bilaterale Aktion.“ Er dreht den Lautsprecher auf null zurück.

 

„Darf ich noch mal ‘rein hören?“

 

„Ist doch geheim. Aber nimm Dir die Ohrstöpsel und halt‘ die Schnauze.“

 

*

 

Ich höre eine mir wohlbekannte weibliche Stimme: „Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei.“ „Aber Vorsicht. Ein Teil unserer Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.“ Den habe ich doch auch schon irgendwo gehört.

 

„Also: Machen wir weiter. Familiennachzug abgehakt“, ein bayerischer Dialekt.

 

„Bei uns in Niedersachsen kaufen die Leute keine Diesel mehr. Wir fordern im Gegenzug eine Prämie von zweitausend Euro.“

 

„Ist ja schon gut. Wir kommen Euch auch da entgegen, wie bei den Flüchtlingen“, wieder der Bayer, „legen sogar noch ‘was drauf. Sagen wir fünftausend. Dafür bleibt es bei der Obergrenze.“

 

Wieder die Frau: „Ich bin für Bürgerbeteiligung. Ich bin für Transparenz. Aber ‚Obergrenze‘ klingt nicht gut. Die Grünen schäumen jetzt schon."

 

„Egal wie es heißt“, eine andere bayerische Stimme, „und diejenigen, die gestern gegen Kernenergie, heute gegen Stuttgart 21 demonstrieren, agitieren, die müssen sich dann auch nicht wundern, wenn sie übermorgen irgendwann ein Minarett im Garten stehen haben.“

 

Wieder die erste bayerische Stimme: „Ha, ha, ha. Gut gesagt, Alexander. Da beben die Alpen, da wackelt der Frankenwald, da schäumt der Chiemsee. Ich sage immer: Ein bisschen mehr Schweiz würde uns in Deutschland nicht schaden.“

 

 

 

© 2018 by Marc Mandel.

 

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